Sonderausstellung

„Die verschwundenen Nachbarn“ - Eine Ausstellung des Jüdischen Museums, Prag, im Mitte Museum

Ausstellungseröffnung: 3. Juni, 17.00 Uhr          
Ausstellungsdauer: 6. Juni bis 1. August 2010


„Antworten gibt es nicht – aber immer neue Fragen“

Zu dieser Schlussfolgerung kamen die SchülerInnen in Tschechien, nachdem sie sich mit dem Schicksal der jüdischen Gemeinden in ihren Heimatorten und den Menschen, die im „Nebel der Geschichte“ verschwunden zu sein schienen, beschäftigt hatten. Verschwunden – das heißt vertrieben, verschleppt und vernichtet.

 Das Jüdische Museum in Prag initiierte 1999 ein landesweites Projekt, bei dem Jugendliche aufgerufen wurden, den unzähligen Opfern wieder eine Identität zu geben. Die Jugendlichen begannen mit ihrer Forschungsarbeit und legten beachtenswerte Ergebnisse vor. Elf Arbeiten wurden von Museumsfachleuten ausgewählt und zu einer Ausstellung zusammengestellt, die in der Tschechischen Republik auf großes Interesse stieß. Darüber entwickelte sich die zweite Forschungsphase, in der den minderjährigen Opfern des deutschen Völkermordes an den böhmisch-mährischen Juden gedacht werden sollte. Diesen Opfern, im Alter derjenigen, die ihrem Schicksal nachgegangen sind, ist der zweite Teil der Ausstellung gewidmet.Das Anliegen der Ausstellung besteht darin, dass europaweit Jugendliche Forschungen aufnehmen, um das Projekt zu vervollkommnen und eine internationale Sammlung zu erstellen.

Museumspädagogisches Rahmenprogramm: 
                      
durchgeführt von Schauspielerinnen des „Theater in Flagranti“
Nicola Kothlow und Brigitta Schmusch
 
In diesem Projekt werden Schulsituationen, wie sie während des Nationalsozialismus vorherrschten, nachgestellt, mit dem Ziel, sich spielend „authentisch“ zu verhalten, so zum Beispiel bei offensichtlichen Ungerechtigkeiten gegenüber jüdischen Mitschülern. Im Anschluss werden die Kinder mit tatsächlichen Begebenheiten konfrontiert und das Gespielte wird überprüft. In einem Spaziergang durch die Ausstellung werden den Kindern Verordnungen zum Ausschluss jüdischer Deutscher von den Bildungsstätten erklärt. Anhand von Bildern aus dem Warschauer Ghetto wird in kleinen Arbeitsgruppen über das Geschehene diskutiert.
Abschluss des Projektes wird die Erarbei-tung und Erstellung von Denk-mal-Steinen sein, als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und als Mahnmal.

Wer: Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren
Wannjeweils am 16., 17., 23. und 24. Juni - jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr
Anmeldung: Tel. 460 60 19 -12  oder mohr@mittemuseum.de