Vortrag von Thomas Irmer 

„Zwangsarbeit von Jüdinnen und Juden in Berlin-Mitte - das Beispiel der Elektroindustrie“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "NS-Zwangsarbeit vor unserer Haustür" der 12 Berliner regionalgeschichtlichen Museen 

Parallel zur Ausstellung "NS-Zwangsarbeit in Moabit 1938-1945" im Mitte Museum. Eine Kooperation des Museums mit dem Verein "Sie waren Nachbarn" und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit  

Termine und Öffnungszeiten

Donnerstag, 19.5.2022, 18:00 - 19:30 Uhr

Motiv Einladungskarte (Ausschnitt)

In der Ausstellung sind ein sechs Quadratmeter großes Modell des Ortsteils Moabit, auf dem die Orte der Unterkünfte der Zwangsarbeiter*innen markiert sind, sowie illustrierte Texttafeln mit weiterfuhrenden Informationen über dieses lokale Netzwerk der NS-Zwangsarbeit zu sehen. 

Vor 80 Jahren, im Jahr 1942, wurde Zwangsarbeit in Berlin zum Massenphänomen. Mit zunehmender Dauer des Krieges wuchs der Arbeitskräftebedarf der deutschen Wirtschaft ins Unermessliche. Im März 1942 schuf das NS-Regime mit dem „Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ eine Zentralbehörde, um die Verschleppung von immer mehr Menschen effizienter zu organisieren. Im Rahmen der „Lagerbauaktion 1942“ entstanden in Berlin hunderte neue Unterkunftslager.

Berlin-Mitte war ein Zentrum des "Geschlossenen Arbeitseinsatzes", wie die NS-Behörden die Zwangsarbeit von deutschen Jüdinnen und Juden bezeichneten. Nach einem Blick auf Umfang und Akteure dieser Zwangarbeit befasst sich Irmer mit Beispielen von Opfern und Nutznießenden der Zwangsarbeit in Berlin-Mitte. Ein Schwerpunkt liegt auf Betrieben der deutschen Elektroindustrie, deren Zentrum sich damals in Berlin befand.