Vortrag und Lesung

Familie Silbermann - Reinickendorfer Straße 31 und 33 

Die Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Wedding – erzählt mit Dokumenten aus Entschädigungsakten

Die Familienangehörigen werden mit Selbstzeugnissen vorgestellt. Sie geben Auskunft über ihre Biographien und die Verfolgung im Nationalsozialismus. 

Termine und Öffnungszeiten

Donnerstag, 6.6.2024, 18:00 - 20:00 Uhr

Adelheid Silbermann, 1949 (Bild: privat)

Ende des 19. Jahrhunderts kam Karl Silbermann nach Berlin, um hier zu arbeiten. Rosalie Pagel und er gründeten eine Familie, fünf Kinder kamen zur Welt: Edmund, Alfred, Herbert, Adelheid und Therese. Das Leben der Familie war eng mit dem Wedding verknüpft. Sie wohnten in der Reinickendorfer Straße 31 und 33, teilweise bis Anfang 1943. Das elterliche Haus gehörte der Familie.

Die jüdische Familie erlebte die Auswirkungen der NS-Verfolgung unmittelbar. Sie litten unter Schikanen und Zwangsverkäufen. Der Umzug von der Reinickendorfer Straße 33 in die 31 ist Teil dieser Geschichte.

Vor der "Fabrikaktion" tauchten die Kinder Albert, Edmund, Adelheid und Therese unter – sie fanden Unterschlupf und konnten so die NS-Zeit überleben. Die Eltern Rosa und Karl konnten vor der Deportation nicht gerettet werden. Sie wurden am 19. April 1943 ins KZ Theresienstadt deportiert. Die erwachsenen Kinder emigrierten nach der Befreiung vom Nationalsozialismus in die USA.

Die Familiengeschichte wird ergänzt durch Lesungen eines veröffentlichten Briefs von Adelheid Silbermann und von Lebensläufen einzelner Familienmitglieder, in denen sie eindrücklich von der alltäglichen Bedrohung und ihrem Überleben in der NS-Zeit erzählen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Entgelt frei.