Dauerausstellung

Gewachsen auf Sand

Geschichte(n) mitten in Berlin

In Themenräumen werden bekannte und weniger bekannte Aspekte aus Geschichte und Gegenwart des Berliner Bezirks Mitte präsentiert.

Termine und Öffnungszeiten

ab 16.05.2021

VIRTUELLER RUNDGANG

Ausstellungsaufbau im Themenraum »Recht auf Stadt«
Die Gerüste stehen schon. Im Themenraum »Recht auf Stadt« geben wir Einblicke in Kapitel der Bezirksgeschichte, in denen Bürger*innen sich aus Macht und Ohnmacht befreiten.

Im Bezirk Mitte liegt der Ursprung Berlins. Auf märkischen Sand errichtet, wuchsen hier im 14. Jahrhundert die beiden Städte Cölln und Berlin zu einer Doppelstadt zusammen. Im 19. Jahrhundert wurden Teile des heutigen Bezirks zu einem Zentrum der Industrie. Ab 1871 saß hier die Zentralverwaltung des deutschen Kaiserreichs. Industrialisierung und Bevölkerungswachstum ließen Berlin zur zeitweilig drittgrößten Stadt der Welt aufsteigen. Besonders im heutigen Bezirk Mitte sind die damals entstandenen Infrastrukturen, Straßenraster und Gebäudekomplexe noch heute allgegenwärtig und vertraut. Es folgten faschistische Planungen des NS-Zeit, Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs und Abrisse in der geteilten Stadt oder Neubauten nach der Wiedervereinigung: Jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen.

Rendering des geplanten Themenraumes »Stadt. Bild. Wort.«
»Stadt. Bild. Wort.« – der Themenraum erzählt Geschichten aus den Arealen des heutigen Bezirks aus der Perspektive der Künste.

Die Ausstellung „Gewachsen auf Sand“ erzählt daher vom Wechselspiel der Kräfte, die den urbanen Raum der Berliner Mitte formen, auflösen und immer wieder neu entstehen lassen. Sie versammelt Beispiele aus Stadtplanung, Stadtgesellschaft und Stadtkultur der letzten 250 Jahre.

Architekturen, Institutionen und Infrastrukturen bestimmen die Art und Weise, wie Menschen hier zusammenleben. Auch Stadtbewohner*innen konnten und können durch Protest und Widerstand ihr Recht einfordern, den Stadtraum selbst zu gestalten; sie sind nicht ohnmächtig. Wie Sand ist die Stadt stets formbar.

Welche stadtplanerischen Konzepte der Vergangenheit haben den heutigen Bezirk Mitte bis in die Gegenwart geprägt? Welche Momente der Emanzipation von Bürger*innen haben Einfluss auf die Frage, wie wir heute leben wollen? Diese Fragen werden im neugestalteten Mitte Museum gestellt und wir laden Sie dazu ein, diese mit uns gemeinsam zu diskutieren. Auch die Geschichte des Gebäudes und die der Samm­lung werden in einem neugeschaffenen Bereich thematisiert und vorgestellt.

Die Ausstellung, die sich über zehn Räume erstreckt, wurde von h neun Berlin - Büro für Wissensarchitektur zusammen mit dem Team des Mitte Museums konzipiert.