Der Berliner Stadtraum ist bis heute vom Mauerbau 1961 und dem Fall der Mauer 1989 geprägt. Holger Schmale, dessen Buch „Chausseestraße: Berliner Geschichte im Brennglas“ 2022 erschien, berichtet vom Alltagsleben im Schatten der Mauer. Anschließend haben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und alle Interessierten die Möglichkeit, eigene Erfahrungen auszutauschen.
Mittwoch, 24.9.2025, 18:00 - 20:00 Uhr
Die Grenzen der vier Berliner Sektoren haben das Leben der Menschen bereits vor dem Bau der Berliner Mauer entscheidend geprägt. Seit 1949 war die innerstädtische Grenze des sowjetischen Sektors zugleich die Grenze von Ost- und West-Berlin. Vielen Berliner*innen ist heute nicht mehr bewusst, dass die 1,7 Kilometer lange Chausseestraße der westlichste Ausläufer Ost-Berlins war. In seinem Buch „Chausseestraße“ beschreibt Holger Schmale, wie in den Westsektoren grenznah gelegene Kinos bis 1961 die Ost-Berliner anlockten, wie Gräber auf Friedhöfen, die nun im Grenzstreifen lagen, noch nach dem Mauerbau gepflegt wurden und wo letzte Schüsse an der Mauer fielen. Eine Spurensuche vor und hinter dem einstigen Grenzübergang Chausseestraße, von dem heute nichts mehr zu sehen ist.
Im Publikumsgespräch haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Erinnerungen schildern und Ideen für eine mögliche Ausstellung im Mitte Museum zum Thema zu sammeln.
Holger Schmale ist Publizist. Am Beispiel der Chausseestraße erzählt er von der Entwicklung der Stadt in zwei Jahrhunderten und fünf Gesellschaftssystemen. Er bündelt Lebenswelten und Schicksale wie unter einem Brennglas.
Ort: Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 Berlin
Anmeldung: nicht erforderlich
Eintritt: frei
Chausseestraße
Berliner Geschichte im Brennglas
von Holger Schmale
Ch. Links Verlag Berlin (2022)
ISBN: 978-3-96289-143-5
Hardcover mit Abbildungen
224 Seiten
25 € (erhältlich im Buchhandel)