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Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi

Buchvorstellung mit Dr. Geertje Andresen

Hans und Hilde Coppi gehörten zum Berliner Widerstandsnetzwerk um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. 1942 und 1943 wurden beide in Berlin-Plötzensee hingerichtet – ihr Sohn Hans kam wenige Wochen nach der Verhaftung seiner Mutter im Gefängnis zur Welt und hat seine Eltern nie kennengelernt. An diesem Abend stellt Dr. Geertje Andresen die Publikation vor, die aus Hans Coppi jr.s jahrzehntelanger Forschung über seine Eltern entstanden ist.

Termine und Öffnungszeiten

Donnerstag, 18.6.2026, 19:00 - 21:00 Uhr

Hans (1916–1942) und Hilde (1909–1943) Coppi waren Teil des Berliner Widerstandsnetzwerks um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Ab 1940 beteiligten sie sich an Flugblattaktionen und kümmerten sich um Verfolgte. Hilde Coppi hörte den Moskauer Rundfunk ab und informierte die Angehörigen deutscher Kriegsgefangener über deren dort gesendete Lebenszeichen. Hans Coppi versuchte ab Juni 1941 vergeblich, eine Funkverbindung in die Sowjetunion aufzubauen. Die Gestapo ordnete das Berliner Widerstandsnetzwerk unter dem Fahndungsbegriff „Rote Kapelle" dem sowjetischen militärischen Nachrichtendienst in Westeuropa zu.

Im September 1942 wurden Hans und Hilde Coppi verhaftet und vom Reichskriegsgericht, dem obersten Gericht der Wehrmacht, zum Tode verurteilt und im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. Hans Coppi wurde am 22. Dezember 1942 enthauptet. Hilde Coppi brachte am 27. November 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße ihren Sohn Hans zur Welt. Sie durfte ihr Kind noch einige Monate stillen, ehe sie am 5. August 1943 ebenfalls in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil starb.

Dieses Kind hat seine Eltern nie kennengelernt. Hans Coppi jr. wuchs in der DDR auf, kannte vor allem die offizielle Darstellung seiner Eltern und war wegen deren Widerstandstätigkeit quasi eine öffentliche Person. Erst Ende der 1980er-Jahre konnte er in der DDR damit beginnen, das Wirken seiner Eltern innerhalb des Widerstandsnetzwerks zu erforschen. Nach dem Mauerfall arbeitete er an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an diesem Thema weiter. In zahlreichen Archiven konnte er ihm bislang unbekannte Dokumente einsehen, an der Dekonstruktion der angeblich kommunistischen Spionageorganisation „Rote Kapelle" mitarbeiten und vor allem – Fakten über seine Eltern erfahren.

Aus diesen Forschungen entstanden Bücher und Ausstellungen. Ausführliche Biographien über seine Eltern zu schreiben, ist ihm aus Gesundheitsgründen nicht mehr möglich. Dr. Geertje Andresen, langjährige freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und enge Kollegin von Hans Coppi jr., hat in Absprache mit ihm aus seinem Vorlass mehrere Arbeiten über Hans und Hilde Coppi und die „Rote Kapelle" zu einer Publikation zusammengefasst, die sie an diesem Abend vorstellt.

Eintritt frei. Um Voranmeldung per E-Mail an info@mittemuseum.de wird gebeten.