Um 1900 wurden auf dem Invalidenfriedhof in Berlin-Mitte zahlreiche Kolonialakteure bestattet. Ein Rundgang folgt fünf ihrer Gräber, fragt nach den Folgen kolonialer Gewalt und danach, wie eine kritische Auseinandersetzung heute aussehen kann.
Sonntag, 15.11.2026, 11:00 - 12:30 UhrSamstag, 21.11.2026, 11:00 - 12:30 Uhr

Wo in Berlin liegen die meisten Generäle? Was unterschied Kolonialkriege von Kriegen in Europa? Und wo lässt sich in Berlin noch heute ein Drache sehen? Diesen Fragen geht ein kolonialkritischer Rundgang über den Invalidenfriedhof in Berlin-Mitte nach.
Der Friedhof wurde 1748 angelegt. Rund 150 Jahre später, um 1900, wurden hier zahlreiche Kolonialakteure bestattet. Nach dem Mauerbau fiel ein großer Teil des Geländes den Grenzanlagen zum Opfer. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden viele Grabmale rekonstruiert oder neu geschaffen; ein Förderverein widmet sich der Pflege des Ortes.
Darunter sind fünf Gräber, die an sehr unterschiedliche Kolonialmilitärs und Gouverneure erinnern. Der Rundgang folgt ihnen, erkundet die oftmals brutalen Folgen ihres Handelns und stellt die Frage, die sich an solchen Orten heute stellt: Wie kann eine kritische Auseinandersetzung aussehen? Darüber wird unterwegs gemeinsam diskutiert.
Geleitet wird der Rundgang von Stefan Zollhauser. Er ist Historiker und Ausstellungsmacher und arbeitet zur Berliner Stadtgeschichte mit besonderem Fokus auf alltagsgeschichtlichen Themen. Mit seinem Projekt „Berliner Spurensuche“ und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bezirksmuseen entwickelt er Führungen, Workshops und Ausstellungen. Dabei betrachtet er koloniale Verflechtungen und zeigt, wie sie sich im Stadtraum manifestieren.
Treffpunkt: Eingang zum Invalidenfriedhof, Scharnhorststraße 31–33, 10115 Berlin.
Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
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