GESPRÄCHSABEND

Käthe Niederkirchner

Die Frau hinter dem Straßennamen

Eine Straße trägt ihren Namen – aber wer war Käthe Niederkirchner wirklich? Ilja Niederkirchner, Fotograf und Großneffe von Käthe Niederkirchner, spricht über den Heldenkult, der um seine Großtante entstanden ist, und was dabei von der Person übrig bleibt. Ein Gesprächsabend mit historischen Familienfotos und künstlerischer Auseinandersetzung – als Begleitprogramm zur Sonderausstellung Umbenennen?!

Termine und Öffnungszeiten

Donnerstag, 11.6.2026, 18:00 - 20:00 Uhr

Das Bild zeigt eine Portraitfotografie die mittels Collage und Cut Outs verfremdet wurde. Anstelle des Gesichtes überlagern sich verschiedene Aufnahmen.
Wer ist Käthe? © Ilja Niederkirchner

Wenn ich einen Menschen zum Symbol mache, dann beschneide ich ihn um alle Menschlichkeit – und Menschlichkeit bedeutet, dass er auch widersprüchlich ist." – Ilja Niederkirchner

1943 sprang Käthe Niederkirchner aus einem sowjetischen Flugzeug über dem von Deutschland besetzten Polen ab – als Fallschirmagentin mit dem Auftrag, in Berlin Kontakt zu Kommunist*innen aufzunehmen. Sie wurde entdeckt und im September 1944 im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück ermordet. In der DDR wurde sie zur Ikone des antifaschistischen Widerstands. 1951 erhielt die Prinz-Albrecht-Straße in Mitte ihren Namen.

Doch was bleibt von einem Menschen, wenn er zum Symbol wird?

Ilja Niederkirchner, Fotograf und Großneffe von Käthe Niederkirchner, nähert sich dieser Frage aus einer ungewöhnlichen Perspektive: als Nachkomme, als Künstler, als jemand, der die eigene Familiengeschichte zum Gegenstand seiner Recherche gemacht hat. Er bringt historische Familienfotos mit und wirft einen Blick auf die Gedenksteine, Gedenktafeln und Schulen, die Käthes Namen tragen – und auf das Bild von ihr, das dabei entsteht und was es verdeckt.

Der Abend gliedert sich in drei Teile: den Gedenkkult und seine Symbolik im Verhältnis zur tatsächlichen Biografie, die Frage nach der Person Käthe Niederkirchner, und schließlich Iljas künstlerische Auseinandersetzung mit dem Erbe seiner Familie.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung Umbenennen?! Berlins Straßennamen und ihre Geschichte.

 

Der Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.