FÜHRUNG & GESPRÄCH

Kurator*innenführung: LANG IST ES NICHT HER. UND JETZT IST ES SOWEIT. 

Jens-Karsten Stoll im Gespräch mit Heike Albrecht

An jedem ersten Sonntag im Monat führen Kuratorin Heike Albrecht und Kunsthistorikerin Camille Compere durch die Ausstellung zu Susanne Kerckhoff. Vorgestellt werden Kerckhoffs Leben und Werk, die fünf eigens entstandenen künstlerischen Arbeiten und die Entstehung des Projekts. 
Der Komponist Jens-Karsten Stoll hat eine Auswahl von Susanne Kerckhoffs Gedichten vertont. Im Gespräch mit Kuratorin Heike Albrecht stellt er den Liederzyklus "Nächtliche Fahrt" vor und spricht über seine Arbeit daran.

Termine und Öffnungszeiten

Sonntag, 13.9.2026, 16:00 - 17:30 Uhr

Fotografie: Camille Compere.

An jedem ersten Sonntag im Monat führen die Kuratorin Heike Albrecht und die Kunsthistorikerin Camille Compere durch die Ausstellung. Vorgestellt werden Susanne Kerckhoffs Leben und Werk sowie die Hintergründe und die Entstehung der Ausstellung. Im Zentrum steht dabei Kerckhoffs Porträtserie "Menschen in unserer Zeit", die 1948 und 1949 in der Berliner Zeitung erschien und in der Ausstellung erstmals systematisch erschlossen wird. Die Führung stellt außerdem die fünf künstlerischen Arbeiten vor, die eigens für die Ausstellung entstanden sind, und erläutert, wie sie an Kerckhoffs Texte anschließen.

Am 13. September stellt der Musiker und Komponist Jens-Karsten Stoll die Kompositionen vor, die er für eine Auswahl von Susanne Kerckhoffs Gedichten geschaffen hat, und spricht mit der Kuratorin Heike Albrecht über seine Arbeit an dem Liederzyklus "Nächtliche Fahrt".

Begonnen hat die Arbeit mit dem Gedicht "An ein schlafendes Kind". Was den Komponisten an Kerckhoffs Lyrik interessiert, sind ihre lebenslangen persönlichen Kämpfe, die sich schon im Frühwerk spiegeln, und ab 1945 die Suche nach einer neuen Gesellschaft, der Umgang mit Schuld und das Unbehagen an dem, was da tatsächlich als "neues" Deutschland entstand.

"Es gibt keinen Text von Kerckhoff, der einfach nur Wald und Wiese ist – da ist immer eine zusätzliche Farbe, oft ein Grau oder Schwarz."
Jens-Karsten Stoll

Schlichtheit und Schönheit ihrer Texte zu bewahren, ist dabei sein Ziel. Die Harmonie der Musik setzt er oft als Kontrast zum Wort: Sie transportiert Emotion, nicht Ratio.

"Mich interessieren Grauzonen, so auch besonders die Zeit zwischen 1945 und 1953. Alles war in Bewegung, alles war möglich. Susanne Kerckhoff hat sich auf besondere Art an dieser Transformation beteiligt."

© Sebastian Hoppe

Jens-Karsten Stoll, geboren 1965 in Ost-Berlin, absolvierte ein Studium der Korrepetition und Komposition an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Als musikalischer Leiter, Komponist und Pianist arbeitet er für zahlreiche Theaterproduktionen im deutschsprachigen Raum, unter anderem am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Hamburg. Mit dem Kabarettisten und Regisseur Rainald Grebe arbeitet er seit 2008 kontinuierlich zusammen.