Straßennamen spiegeln politische Entscheidungen, gesellschaftliche Werte und Machtverhältnisse wider. Das Mitte Museum lädt an diesem Tag dazu ein, gemeinsam darüber nachzudenken, wen wir im öffentlichen Raum ehren.
Sonntag, 17.5.2026, 15:00 - 18:00 Uhr

Straßennamen erzählen Geschichte – aber wessen Geschichte? Sie ehren Persönlichkeiten, spiegeln politische Entscheidungen und gesellschaftliche Werte wider und sind alles andere als selbstverständlich. Anlässlich des Internationalen Museumstags 2026 begibt sich das Mitte Museum mit dieser Frage in den Stadtraum.
An drei Stationen im Bezirk Mitte nähern wir uns gemeinsam Menschen, nach denen Straßen und Plätze benannt sind – und deren Erbe nicht widerspruchsfrei ist.
An der Lutherbrücke fragen wir: Sollte Martin Luther als fester Bestandteil der deutschen Geschichte weiterhin unhinterfragt im Stadtraum präsent sein – oder müssen auch seine antisemitischen und ableistischen Aussagen benannt werden? Welche Kritik ist fair, wenn es um historische Persönlichkeiten geht?
Am Magnus-Hirschfeld-Ufer erinnern wir an einen homosexuellen jüdischen Wissenschaftler, dessen bahnbrechende sexualwissenschaftliche Arbeit in NS-Deutschland ein gewaltsames Ende fand. Zugleich war Hirschfeld der Eugenik zugeneigt – wie geht man mit solchen Ambivalenzen um?
Am Martha-Ndumbe-Platz schließlich blicken wir auf eine Umbenennung, die 2025 bereits vollzogen wurde. Martha N'dumbe war eine Schwarze deutsche Frau und Opfer des Nationalsozialismus. Wie nehmen die Anwohnenden den neuen Namen heute wahr?
Treffpunkt: Lutherbrücke, 10557 Berlin.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.