Am 25. Juni gedenken wir gemeinsam Gad Beck (1923–2012): Bewohner des Scheunenviertel, queerer Aktivist und Mitglied einer jüdischen Untergrundgruppe, die während der Schoah in Berlin versteckte Menschen mit Lebensmitteln, Schutz und Gemeinschaft versorgte. Im Format Zikaron BaSalon – einer internationalen Graswurzelinitiative für intimes gemeinsames Erinnern – nähern wir uns seinem außergewöhnlichen Leben durch Fotos, Texte und Videozeugnisse. Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher Begleitung statt.
Donnerstag, 25.6.2026, 18:00 - 20:00 Uhr

Am 24. Juni 2026 jährt sich zum zwölften Mal der Todestag von Gad Beck – auf Hebräisch: seine Jahrzeit. Wir laden ein, diese gemeinsam zu begehen – am Abend des 25. Juni.
Beck wurde 1923 in Berlin geboren und wuchs im Scheunenviertel auf, mitten im Bezirk Mitte. Er feierte seine Bar Mizwa in der Alten Synagoge in der Heidereutergasse, wurde während der „Fabrik-Aktion" in der Rosenstraße festgehalten – wo seine Mutter für seine Freilassung protestierte – und war 1945 im Jüdischen Krankenhaus in Wedding interniert, bis er von der Roten Armee befreit wurde. Gleichzeitig war er Mitglied einer jüdischen Widerstandsgruppe im Untergrund, die untergetauchte Jüdinnen und Juden in Berlin mit Lebensmitteln, Pflege, Fluchtoptionen und menschlicher Nähe versorgte. Beck war queer, jüdisch, Berliner – und er überlebte in einer Zeit, in der jede dieser Zugehörigkeiten sein Leben bedrohte.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland in den 1970er Jahren übernahm er vielfältige Aufgaben innerhalb der jüdischen Gemeinde; von 1979 bis 1988 leitete er das Jüdische Gemeindehaus in der Fasanenstraße. 1995 erschien seine Autobiografie Und Gad ging zu David. Sein Leben wurde im Jahr 2000 im Dokumentarfilm Paragraph 175 und 2006 in Die Freiheit des Erzählens – Das Leben des Gad Beck festgehalten.
An diesem Abend werden wir uns seinem Leben annähern – durch eine Mischung aus Fotos, Texten und Videozeugnissen, im Format Zikaron BaSalon: eine internationale Graswurzelinitiative, die seit 2011 weltweit Menschen zu gemeinsamem Erinnern zusammenbringt – in Wohnzimmern, in Gemeinschaften, mit Überlebenden und ihren Nachkommen. Mehr als zwei Millionen Menschen in über 65 Ländern haben bisher daran teilgenommen.
Im Rahmen der Veranstaltung werden wir auch zeitgenössische Gedenkprojekte vorstellen, die queere Nachbar*innen und Vorfahren würdigen und ihr Erbe lebendig halten.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt; eine deutsche Übersetzung wird begleitend angeboten.
Einlass ab 18:00 Uhr, der Einlass ist nach 18:20 Uhr eingeschränkt.
Wir empfehlen eine Voranmeldung per E-Mail an info@mittemuseum.de.
Das Museum ist rollstuhlgerecht; eine barrierefreie Toilette ist vorhanden. Bei Fragen zur Barrierefreiheit melden Sie sich gerne vorab.